COVID-Impfung Unsicherheit wegen Nebenwirkung: Thrombose

Gerinnsel (Thrombus oder Blutkruste) sind das Ergebnis der Blutgerinnung (Schutz vor Verblutung). Das Gerinnungssystem bzw die Blutungsstillung ist sehr früh in der Evolution entwickelt worden. Die Gerinnung des Blutes (Hämostase) ist sehr kompliziert im Ablauf, und (wie alles in der Natur) nicht fehlerfrei. Die fehlerhafte Gerinnung wird verstärkt durch entweder angeborene Störungen (Bluter), erworbene Störungen im Lebenslauf (Operation, Pille, Rauchen,….) und durch das Altern. Die fehlerhafte Gerinnung im Venensystem wird Thrombose, im Arteriensystem Embolie genannt. Am häufigsten sind:


Tiefe Beinvenenthrombose (TVT) und Lungenembolie (LE), mit einer Häufigkeit

von etwa 1 pro 1000 Erwachsene/Jahr (2/3 als TVT und 1/3 als LE). Mit Risikofaktoren (Krebs, Bettlägrigkeit, Operationen, genetische Gerinnungsfehler,…..) steigt das Risiko auf mehr als 12 pro 1000/Jahr bis zu 30/100/Jahr !.


Das Stoppen einer Blutung ist aus Sicht der Evolution wichtiger zum Überleben, als das TVT- Risiko. Die Blutungszeit bei Gesunden ist kurz – nur 2-5 min. Und wir bluten beinahe täglich im Alltag (nach aussen – Kratzer, Schnitte, nach innen – Prellungen, Darm, ….).

Das Gerinnungssystem (siehe Schema) besteht aus vielen Einzelteilen und Zusatzteilen (Gefäßwand, Blutplättchen, Immunsystem). Das Gerinnungsteile (Gerinnungsfaktoren) im Blut sind inaktiviert, also neutral, im Blut. Durch Verletzung oder Stopp vom Blutfluss wird das System aktiviert. Aktivierte Faktoren aktivieren die nächsten – daher der Begriff der Gerinnungskaskade.


Das Endprodukt ist der Thrombus. Der schützt vor Verblutung, und ist ein wichtiger Faktor für die Heilung nach Verletzung.

Evolution ist nie auf Perfektion ausgerichtet. Also ist die Thrombusbildung auch mal fehl am Platz wie bei TVT oder LE (aus Menschensicht) und führt zu Folgeschäden (hier nicht das Thema). Ebenso ist das Gegenteil möglich-also die fehlende Thrombusbildung: Bluter.

Bluter kann eine angeborene Störung sein (genetisch vererbt), oder durch Therapie mittels Medikamente (zB nach Thrombose), oder durch Krankheiten der Organe wie Leber, Knochenmark.

Eine akute lebensbedrohliche Störung entsteht durch den Verbrauch der Gerinnungsfaktoren (Verbrauchskoagulopathie, disseminierte intravasale Gerinnung DIC) im Rahmen sehr schwerer-lebenskritischer Situationen (Sepsis, Verbrennungen).

Gerinnungsstörungen verlaufen also von harmlos bis akut lebensbedrohlich. Diese zu erkennen und zu behandeln ist medizinischer Alltag.

Das Klapperstorchphänomen der Medien:

Wenn also in den Medien jetzt das Tägliche mit dem Neuen wie zB die COVID-Impfung verknüpft wird, wird das zeitliche Zusammentreffen und nicht notwendigerweise die Ursache berichtet. Ich nenne es: Klapperstorch-Phänomen (am Dach der Storch, im Haus ein Neugeborenes – und hat der Storch das Kind gebracht??).

Sollten Sie an einer Störung ihres Gerinnungssystems leiden, sprechen Sie mit Ihrem Vertrauensarzt oder einem Spezialisten bzgl Impfungen. Aus Unsicherheit oder Angst durch Fehlinformationen diese Chance der Immunisierung nicht wahrzunehmen ist verständlich, aber kurzsichtig.

Nebenbei: Patienten mit Gerinnungsstörungen können laut Fachgesellschaften und internationalen Empfehlungen intramuskulär (Oberarm) geimpft werden.

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