Kreuzschmerz-Nackenschmerz-Kopfschmerz- Schmerz lass nach!

Wir leiden regelmäßig an Schmerzen. Schmerz im Alltag ist die häufigste Ursache ärztliche oder medikamentöse Hilfe in Anspruch zu nehmen. Und er ist fast immer alltagslimitierend. Schätzungsweise leiden in Österreich ca 1,7 Millionen Menschen an (chronischen) Schmerzen .

die Ursachen und Behandlungen sind verschieden. Entscheidend ist eine gründliche Abklärung und eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung

Schmerz ist rein subjektiv, ein Gefühl/ein Zustand/eine Wahrnehmung- ist schwer zu beschreiben und unmöglich zu objektivieren. Um dieses elementare subjektive Ereignis/Gefühl fassbar zu machen-um eine Abklärung, Diagnose und Behandlung möglich zu machen, erstellen Fachgesellschaften Definitionen. So eine ist die internationale Schmerzgesellschaft IASP. Deren Definition von „Schmerz“: Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potenzieller Gewebsschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird. Weiters wird ein akuter Schmerz (kurz anhaltend ) vom chronischen (länger als 3 mon anhaltend) unterschieden. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Entstehung und die Abläufe im Menschen sehr verschieden sind (daher auch die unterschiedlichen Behandlungsmethoden). Schmerz entsteht immer in unserem Hirn- unabhängig vom Auslöser. Er ist immer ein psycho-somatisches Ereignis..

Der akute Schmerz hat die Aufgabe uns einen Schaden zu signalisieren (Verletzung, Überlastung, Entzündung) – um dann eine adäquate (schützende, heilende, vorbeugende) Maßnahme einzuleiten. Dieser Schmerz ist sozusagen der Hüter unserer Gesundheit-ein Signalgeber bei Schaden, und ein Motivator zukünftig den Schmerzauslöser zu meiden.

nach individueller psycho-biologischer Verarbeitung vom Ereigniss wird ein Schmerz-Muster abgespeichert. Dieses (Gedächtnis)-Schmerzmuster wird später bei ähnlichen Situationen wieder re-aktiviert

Der chronische Schmerz hingegen wurde als festes Muster, als bio-psycho-soziales Phänomen im Gehirn des Betroffenen eingeprägt. Das heißt: Erlebtes, Verletzungen, Kränkungen oder Verkettungen von Ereignissen und deren psychische Verarbeitung wurde mit Schmerz verbunden und abgespeichert. Dabei spielt das betroffene Gehirn die Hauptrolle. Deswegen finden wir selten die eine konkrete und alles erklärende Ursache für chronischen Schmerz.

Menschen mit chronischem Schmerz haben als weiteren Filtern verlernt. Unsere Evolution war nur möglich - weil das Nervensystem wichtige Informationen von unwichtigen (oder störenden Botschaften) unterscheiden gelernt hat. Zusätzlich haben wir die Fähigkeit Sinnesreize (zB Lärm,Schmerz) aktiv wegzufiltern (eine überlebens- notwendige Fähigkeit-sonst könnten wir nicht gehen/auftreten, greifen, liegen/sitzen, essen-alles würde schmerzen!!)

Wenn ein Ereigniss und die Schmerzempfindung durch Erfahrung verknüpft sind, genügt später die Vorstellung um den Schmerz zu empfinden. Das Empfinden ist real, der Auslöser meist nicht mehr.

Genauso kann unser Gehirn Signale überbewerten, Empfindungen in Körperteile projizieren oder Schmerz in der Zukunft erwarten ( zB Injektionen, Zahnarzt, Arbeitsplatz).

Sehr oft wird ein schmerzhaftes Erlebnis psychisch mit Angst und Ohnmacht verknüpft. Wenn dies nicht in kürzester Zeit aufgearbeitet wird, wird es ein Grundelement vom chronischen Schmerz.

Daher ist die Behandlung dieses sehr komplexen Phänomens auch komplex. Die moderne Schmerztherapie ist deswegen eine „multimodale-interdisziplinäre Therapie“. Im Zentrum steht immer der betroffene Mensch.

Dieser hat die Aufgabe – und auch die Chance – viele wirksame Maßnahmen (im Sinne der Salutogenese) selbst zu erlernen, selbst umzusetzen und selbst anzuwenden, um Schmerzlinderung ( evtl auch Freiheit) und eine bessere Lebensqualität zu erzielen.

Bei den chronischen Schmerzen helfen Schmerztabletten nur kurz (symptomatisch), aber nie grundlegend oder langfristig. Jeder hat aber die Möglichkeit seine (chronischen, immer wiederkehrenden) Schmerzen verstehen zu lernen. Viel zu oft beschuldigen wir unsere Umwelt, den Arbeitsplatz oder unsere Lebenssituation. Natürlich spielen die eine große Rolle. Wenn ich aber meinen eigenen Anteil, meine eigenen psychologischen und sozialen Denkweisen, meine Verhaltensmuster sowie meinen Lebensstil damit in Verbindung bringen würde, könnte ich nachhaltig und evtl schmerzverhindernde Maßnahmen und Änderungen anstreben.

Chronischer Nacken/Rücken/Kreuzschmerz ist fast immer ein psychol.-biolog.-sozialer Schmerz. Diesen kann man nicht mit Laborbefunden oder CT/MRT/Röntgen diagnostizieren.


Die multimodale Schmerzbehandlung ist wirksam, der betroffene Mensch steht im Mittelpunkt. Bei ihm bleibt die zentrale Verantwortung für sich und seine Behandlung

Nochmals - Schmerz ist ein nur vom Betroffenen verspürtes – sehr komplexes Phänomen, und er ist nicht objektivierbar. Bitte vertrauen Sie einem Schmerzspezialisten, auch wenn evtl keine Befunde erhoben werden. Nehmen Sie sogenannte „Painkiller“ nur bei eindeutigen Schmerzzuständen ein. Es besteht sonst die Gefahr einer Abhängigkeit (die wiederum Schmerz verstärkt) und somit einen Teufelskreis verursacht.

Verstärken Sie Ihre eigenen gesundheitsfördernde Fähigkeiten und aktivieren Sie Ihre schmerzhemmende Hirn/Rückenmarksbahnen. Die Grundlage dafür ist medizinische Heilgymnastik, eine psychotherapeutische Begleitung und eine individuell angepasste Therapie durch einen Schmerzspezialisten. Niemand sollte in der heutigen Zeit seinem chronischen Schmerz ohnmächtig ausgeliefert sein und sich auf sich allein gestellt fühlen müssen.

Impressum: Dr Hufnagl Alois. Grundlagen für  Inhalte der Beiträge sind Fachliteratur, aktuelle Studien und klinische Erfahrung, Bildquellen: eigene oder Pixabay

FOOCUS MEHRWERT MARKETING

www.foocus.at

Wahlarzt-Ordination

Dr. ALOIS HUFNAGL

Facharzt für innere Medizin

Allgemeinmediziner

 

Hauptstraße 7 c | 4861 Schörfling am Attersee

Telefon: +43 [0] 7662 | 575600

Email: doktor@aloishufnagl.at

Ordination nach Vereinbarung Mittwoch und Samstag