Masern – eine bedrohliche Krankheit! Wie kann ich meine Liebsten schützen?

(dieser Beitrag ist eine Anlehnung an offizielle Aussendungen der Univ.-Klinik Wien Virologie und des Gesundheitsministeriums)

Das Jahr 2019 hat in Bezug auf die Masern mit einem Paukenschlag begonnen: bis zum 11. Februar sind bereits 42 Fälle aufgetreten auf Grund von Ausbrüchen in der Steiermark und Salzburg sowie Infektionen in Tirol und in Wien (Quelle AGES). In mehr als einem Drittel der Fälle waren Kinder unter 5 Jahren betroffen.

Was sind bekannte Fakten?

Masern sind extrem ansteckend. Ein Infizierter kann 12 bis 18 andere, ungeschützte Personen anstecken (Vergleich Influenza: 1,4 bis 4 Personen, Ebola 2 Personen).

Masernviren werden von Mensch zu Mensch auf direkter (via „kissing contact“, Sekrettröpfchen) oder indirekter Route (via Luft: Aerosole; Gegenstände, Oberflächen) übertragen.

Ansteckungsgefahr besteht von 5 Tage vor (also durch noch Gesunde!) bis 4 Tage nach Exanthem (Ausschlag)-Beginn.

Inkubationszeit (von Kontakt bis Krankheitsausbruch) beträgt 8 bis 12, selten bis 21 Tage.

Die Erkrankungswahrscheinlichkeit bei Erstkontakt ohne Impfung beträgt >95%.

Masern ist eine Virusinfektion ohne spezifische Behandlungsmöglichkeit bei Erkrankung! Diese beginnt mit ansteigendem Fieber (bis 41°C), Husten, Bindehautentzündung. Nach ca. 3 Tagen entwickelt sich ein makulopapulöser (flächig-erhabener) Ausschlag, der am Kopf beginnt und sich über den ganzen Körper ausbreitet.

Ausschlag und schweres Krankheitsgefühl mit hohem Fieber sind typisch für Masern. Abfiebern nach ca 5 Tagen ist ein Hinweis für Abheilung, ein zweiter Fieberanstieg ist mit Komplikationen verbunden. Diese sind sehr wahrscheinlich bei Erstkontakt von Ungeimpften, und sehr häufig mit bleibenden Schäden verbunden, falls das Kind überlebt. In meiner Ausbildungszeit habe ich leider zu viele dieser Kinder gesehen mit dem Leid und den Selbstvorwürfen der Eltern im Nachhinein.

Jeder 5. Erkrankte erleidet eine Komplikation (20%)- somit ist Masern eine sehr bedrohliche Erkrankung. Häufige Komplikationen sind Mittelohr-und Lungenentzündung, Kehlkopfentzündung (Laryngitis) und Durchfall.

1 von 1.000 Fällen tritt eine Gehirnentzündung auf, die meist einen bleibenden Hirnschaden hinterlässt oder auch zum Tod führen kann.

Besonders bei Erkrankung im frühen Kindesalter (unter 5 Jahren) kann nach Jahren als Spätfolge eine fortschreitende und zum Tod führende Panenzephalitis (SSPE) auftreten.

Immunschwäche durch Masernviren. Diese schwächen oder zerstören Teile vom Immunsystem über Monate hinaus. Besonders die Gedächtniszellen, die bereits gegen verschiedene andere Krankheitserreger gebildet wurden werden zerstört. Das heißt-die Polizei vergisst die Steckbriefe von bereits bekannten Krankheitserregern und muß diese wieder neu kennenlernen („Immunamnesie“).

Warum ist Masern eine Kinderkrankheit. Weil in diesem Alter die meisten Erstkontakte mit Krankheitserregern stattfindet. Bis vor wenigen Jahren waren die Eltern machtlos. Erst mit der Schutzimpfung konnte man seine Kinder vor dieser Gefahr schützen.

Warum glauben viele, dass Impfung schädlicher sei als die Masernerkrankung? Dieser Glaube ist niemals zu verstehen und wird durch alle Fakten widerlegt. Wir sehen die Komplikationen selten im Alltag. Somit ist diese Bedrohung nicht real für viele Eltern.

Wie hoch ist das Komplikationsrisiko bei Masern? Fieberkrämpfe 8 von 100, Hirnentzündung und Tod 1:10 000.

Was spricht für die Schutzimpfung? Nach Impfungen treten keine Komplikationen der Maserninfektion auf.


Dieses Bild spricht für sich. Von Dietzel - Data source: "Reported Cases and Deaths from Vaccine Preventable Diseases, United States" by the Centers of Disease Control. pdf file on this web site., CC0,

Wie hoch ist das Risiko einer Impfkomplikation? In Deutschland zB wurden 5,3 Impfkomplikationen auf 10 Millionen aller Schutzimpfungen verzeichnet.

Warum ist Masern meldepflichtig! Weil das Umfeldrisiko nach Masernkontakt sehr hoch ist und sehr schnell eine sehr große Anzahl an Infizierten betroffen ist (allein eines der Kinder s.oben hatte in seiner kontagiösen (ansteckenden) Phase 241 Kontakte mit anderen Personen).

Masern in der Schwangerschaft sind gefährlich, wegen Infektionen in der Schwangerschaft, mehr Krankenhausbehandlungen, Lungenentzündungsrisiko, Abort, Frühgeburtlichkeit und einem geringeren Geburtsgewicht führen. Eine nichtimmune Schwangere kann ihrem Neugeborenen keinen vertikalen (Mutter zu Kund) Schutz gegen Masern verleihen. SSPE-Risiko (s. oben): Infizierte Säuglinge haben mit 1:600 ein besonders hohes Risiko in der Folge an einer SSPE zu erkranken.

Kontaktpersonen müssen ihren Immunität gegen Masern nachweisen oder sich rasch impfen lassen. Personen, die nicht immun sind und eine postexpositionelle Impfung ablehnen, können im Zeitraum von 5 bis 21 Tagen nach der Exposition nicht im Patienten-bzw. Betreuungsbereich eingesetzt werden und auch nicht in Gemeinschaftseinrichtungen (auch berufliche Kontakte) zugelassen werden.

Die Risiken von Viruserkrankungen hier zusammengefasst- mit und ohne Schutzimpfung. Nach: R. T. Chen: Vaccine risks: real percieved and unknown. In: Vaccine. 17, 1999, S. 41–46, PMID 10559533. C. Meyer, S. Reiter: Impfgegner und Impfskeptiker – Geschichte, Hintergründe, Thesen, Umgang. In: Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz, Springer Medizin Verlag. 47, 2004, S. 1182–1188. doi:10.1007/s00103-004-0953-x.

Das Impfvirus (Lebendimpfstoff) wird nicht übertragen und daher besteht hier auch keine Gefahr für Immunsupprimierte. Auch stillende Mütter können geimpft werden.

Mein persönlicher Appell an alle: lassen wir uns impfen, schützen wir unsere Kinder und chronisch Kranke. Schützen wir uns selber. Verhindern wir chronisches Leiden und verhindern Masernkomplikationen bzw Tod durch 2 günstige Impfungen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz:

https://www.sozialministerium.at/site/Gesundheit/Krankheiten_und_Impfen/Impfen/Oesterreichischer_Impfplan_2019

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