SARS-CoV2-Pandemie und soziale Gemeinschaft

Wir sind dzt in einer unfreiwilligen Lebenssituation und für uns unbekannten, zumindest in Europa, Einschränkung des Alltags. Jeder erlebt es in seiner persönlichen Art und Weise. Einige sehen das Positive: Zeit für sich haben. Andere erleben Bedrohliches: Existenz? Firma? Verschwörung!, und wieder andere empfinden Wut und Ärger: Autonomieverlust! „Aus Prinzip dagegen sein“! Und diese Gefühle, die Emotionen und die persönlichen Lösungsansätze werden mit zunehmender Dauer der Epidemie ausgeprägter werden.

Heute ist mir eine Idee gekommen: Nelson-Mandela-Strategie.

Bei ihm war es ein politisches Regime: Isolierung, Einschränkung, Ungewissheit bis Bedrohung und die Dauer nie absehbar. Aber wie hat er seine Haft so gut überstanden? Innere Haltung und Überzeugung, Tagesrituale und Bewegung als Therapie sowie eine gute Widerstandsfähigkeit (Resilienz). Diese Faktoren kann jeder Mensch entwickeln und nutzen.






Manche haben mehr davon in ihrer Persönlichkeit vorhanden, die anderen

können sie entwickeln und erlernen. (Dies ist ein wesentlicher Schwerpunkt in der neuropsychiatrischen-psychotherapeutischen Behandlung).

Wir Menschen haben ein Organ- das Gehirn, in dem sich diese Prozesse abspielen. Diese Vorgänge im Gehirn wiederum steuern unser Verhalten. Und dieses Verhalten erleben wir real- unser eigenes Handeln mit der Reaktion unserer Umwelt. Dieses Erleben wiederum verändert und beeinflusst unser Gehirn, daraus entsteht wieder ein Verhalten …. und so weiter. Diese Vorgänge sind uns nicht bewußt, sie spielen sich in den sehr alten Hirnteilen ab (ca 400-200 mio Jahre alt). Ich möchte diese Hirnanteile unser NATURHIRN nennen. Im Gegensatz zu jenen Hirnteilen, die uns Menschen von anderen Tieren unterscheiden-das MENSCHENHIRN. Diese bezeichneten Anteile sind nicht anatomisch korrekt, sondern ergeben sich aus ihrer Funktion.

Das Naturhirn ist lange vor unserer Sprachfähigkeit entwickelt worden, in unseren Vorstufen. Dieses Hirn arbeitet daher unter unserer Bewusstseinsschwelle mit sehr sehr hoher Geschwindigkeit. Es arbeitet mit sehr alten Informationen (wie Gene und Hirnstruktur), mit neuen Informationen (Erlerntes, bereits ab Schwangerschaft), Erlebtes (Biografie), Geprägtes (soziales Umfeld und Kultur). Diese Arbeitsweise ist die Grundlage für die tägliche Anpassung an rasche Veränderungen, an plötzliche Situationen und noch schneller- für unsere zwischenmenschliche Kommunikation. Wie das Naturhirn arbeitet, auf welchem Entspannungs- oder Stress-Level, hängt von unseren Lebensphasen und vom erlebten Alltag ab. Eine spezielle Form des Überlebenssystems ist das langsam reagierende, aber sich hochschaukelnde Stress-System. Dieses wird hochgeschraubt durch viele kleine, sich immer wiederholende (subjektiv) negative Reize. Es ist eine Art Grundlinie des Überlebens. Es ist notwendig für eine hohe Reaktionsbereitschaft. Diese Form des Stress-Systems wird gebremst, entspannt durch regelmäßige Wohlfühlmomente, durch Sicherheit in Gemeinschaft, durch Entspannung des Körpers, Rituale und regelmäßiges Essen. Auch dafür ist unser soziales Umfeld so wichtig. Es ist unsere Referenz für Sicherheit, Gemeinschaft teilt die Aufgaben, Sippe pflegt und sorgt für Schwache.


Stress-Angst-Reaktion, rasch und kurz

Dies ist die Sprache unseres Naturhirns. Aber es braucht auch Regeln und Grenzen. In diesen Bereichen sind wir Menschen sehr empfindlich. Entwicklungspsychologen und Verhaltensforscher haben mehrfach bewiesen, dass bereits Kleinkinder einen hohen Sinn für Fairness haben. Leider sind wir immer im Zwiespalt mit dem Streben nach eigenem Vorteil. Es ist in heutiger Zeit unabdinglich für eine funktionierende Gemeinschaft, die urmenschlichen Grundverhalten zu pflegen: Wie du mir – so ich dir. Schau auf mich- schau ich auf dich. Und es ist zusätzlich unumgänglich Regeln und Grenzen zu setzen- diese an neue Gegebenheiten und Situationen stehts anzupassen. Für eine funktionierende Demokratie bedeutet das – Gemeinschaftswohl heute über eigene Interessen zu stellen, aber in Zeiten der Sicherheit wieder auf die eigene Selbstfürsorge zu achten und eigene Interessen zu vertreten. Um eigene Interessen zu vertreten, eigene Grenzen wahrzunehmen und soziale Interaktionen ausleben ohne sich geschädigt zu fühlen, dafür brauchen wir Resilienz. Dies setzt eine gute Information und Bildung des Einzelnen voraus, ein gelebtes und förderndes Sozialsystem und nicht bedrohliches Sicherheitssystem als Rahmenbedingungen, und die Möglichkeit die Regeln stehts neu zu schreiben – das ist für mich eine funktionierende Demokratie.


Und diese Sozialgemeinschaft versteht unser Naturhirn als „Menschenwürdig und artgerecht“. Damit lassen sich Krisen wie heute bewältigen.

(Ich erlaube mir noch auf die weitern Blogs bezüglich Hirn-Gesundheit-Lebensstil hinzuweisen)

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