Schlaf – wichtig für mein Gehirn?

„Schlaf einmal darüber-morgen ist auch noch ein Tag“- wieso ist das ein guter Rat?

Hirnnervenzellen bilden unzählige Verbindungen

Das Gehirn besteht aus ca. 90-95 mrd Nervenzellen und mehr als doppelt so viele Gliazellen. Diese bilden im Laufe des Lebens eine unvorstellbare Zahl an Verbindungen, um miteinander Signale auszutauschen. Diese Signale sind teils elektrisch, teils chemisch (Hormone). Diese Signale sind Botschaften zwischen den Hirnregionen. So steuert unser Hirn unsere Körperfunktionen und alles was uns zum Menschen macht: wie Empfinden, Lernen, Erinnern, Fähigkeit sozialer Kontakte, Planen, Fantasie, … und vieles mehr, also .

Damit ermöglicht unser Gehirn unser Leben. Für diese tolle Leistung ver- brauchen unsere Hirnzellen ca. 1/5 unseres täglichen Energiebedarfs. Wie alle unsere Zellen kann sich die Hirn- zelle nur im Zustand der Entspannung von dieser Beanspruchung und den dadurch entstandenen Verschleiß erholen.

alle Tiere schlafen - für bessere Fitness

Daher brauchen wir Menschen - wie alle Lebewesen - Erholung, Regeneration, und Pausen. Aber nur im Zustand den wir Schlaf nennen, kann die Hirnzelle sich biologisch regenerieren. Um dabei keine Verletzungen zu Verursachen, kann unser Gehirn im Schlafzustand den Bewegungsapparat (Skelettmuskel) wegschalten, bis auf das Gehör die Sinnesorgane abschalten und die Stoffwechselprozesse und die Aktivität der inneren Organe ( Herz, Kreislauf, Verdauung, Nieren) herunterregulieren. Dies passiert einerseits im Hirnstamm, andererseits durch jene Steuerungshormone, die den Tag-Nacht-Rhythmus regulieren.

Aber wozu geht das Gehirn so ein Risiko ein, 1/3 des Tages wehrlos und schlaff herumzuliegen, und dabei getötet zu werden ? Wie immer in der Evolution, muss der Nutzen also viel größer sein!

Natürlich können wir nicht alle Details genau erklären- aber wir können uns folgendes gut vorstellen:

Fitte Individuen überleben eher als erschöpfte. Der besser Regenerierte hat höhere Vermehrungschancen-also haben dessen Nachkommen diese Fähigkeit, aber auch Notwendigkeit der Regeneration mitvererbt bekommen.

unzählige Informationen müssen in Sekundenbruchteilen verarbeitet werden, um adäquat zu reagieren und komunizieren

Erholte Hirnnervenzellen können ihre Arbeit besser erledigen als erschöpfte. Besser regenerierte Hirnzellen können schneller reagieren, bei der Jagd genauer Zielen , mehr Information verarbeiten und die Körperfunktionen besser steuern.

Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss unseres Gehirns auf unser Immunsystem und dessen Abwehrfähigkeit. Weiters kann eine erholte Hirnzelle besser Lernen und Erinnerungen abrufen, schneller neue Zusammenhänge herstellen- also weitere evolutionäre Vorteile für ausgeschlafene Individuen.

Essentiell für die Spezies Mensch sind unsere Emotionen und unsere hochentwickelte n sozialen Fähigkeiten für zwischenmenschliches Zusammenleben. Dafür haben wir während unserer evolutionären Entwicklung spezielle Hirnzentren angelegt, diese steuern unsere sozialen Interaktionen von der Zeugung an bis zum Tod.

Regenerierte Zellen können auch diese Hirnfunktion besser steuern und schneller adäquat reagieren und neue Verhaltensmuster einbauen.

Auch die Neugier als Grundlage für kulturelle Weiterentwicklung, Wachstum und Fortschritt braucht ein regeneriertes Gehirn. Wir können heutzutage mit neuen wissenschaftlichen Methoden und Geräten die unterschiedlichen Hirnfunktionen abbilden und darstellen. Besonders den Unterschied zwischen erschöpft und ausgeschlafen bzw. erholt können wir gut nachweisen und dokumentieren.

Und wer von uns kennt nicht seine unterschiedlichen Prüfungs-Testergebnisse, seine Fahrtauglichkeit im Straßenverkehr bei Müdigkeit bzw. Erschöpfung im Vergleich nach gutem Schlaf oder längerer Erholung? Wer hat nicht schon erlebt wie verschieden wir in Konflikten reagieren –je nach Müdigkeit? Wie oft waren Probleme und Kummer nach einem guten Schlaf am nächsten Tag viel weniger belastend? Wer hat nicht schon im Stress suchend etwas nicht gefunden was am nächsten Morgen oben auf dem Tisch gut sichtbar lag?

Unser Gehirn arbeitet immer so gut – so fit und regeneriert die Nervenzellen sind. Stets sind wir beeinflusst von dem was wir zuvor erlebt haben, vom Grad der Erschöpfung bzw. Erholung, und vor allem von der Tageszeit. Dies ist das Erbe unserer menschlichen Entstehungsgeschichte.

Daher ist der Schlaf für das Gehirn essentiell, und der obige Rat ein guter (und nicht teuer).

Wie jeder seine Schlaffähigkeit und Schlafqualität verbessern kann, behandle ich ein andermal. Ein Tipp im Voraus: Spazieren gehen wirkt!

Impressum: Dr Hufnagl Alois. Grundlagen für  Inhalte der Beiträge sind Fachliteratur, aktuelle Studien und klinische Erfahrung, Bildquellen: eigene oder Pixabay

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