Schlafhygiene – wichtig für mein Gehirn? „Schlaf einmal darüber-morgen ist auch noch ein Tag“-Teil1

„Schlaf einmal darüber-morgen ist auch noch ein Tag“- wieso ist das ein guter Rat?

Das menschliche Gehirn besteht aus ca. 90-95 mrd Nervenzellen. Diese bilden im Laufe des Lebens eine unvorstellbare Zahl an Verbindungen, um miteinander Signale auszutauschen. Diese Signale sind teils elektrisch und teils chemisch (Hormone). Diese Signale transportieren Botschaften von einer Hirnregion in eine andere. Damit steuert unser Nervensystem (Hirn, Rückenmark, Bauchhirn, periphere Nerven, Sinnesorgane) unsere Körperfunktionen und weitere Funktionen wie: Empfinden, Lernen, Erinnern, soziale Kontakte, Planen,… und vieles mehr. Dies ermöglicht unser Leben und Überleben.

Durch spezielle Hirnanteile-bzw Hirnfunktionen unterscheiden wir uns von anderen Tieren – mit Fähigkeiten im psychosozialen Bereich, die uns zum Menschen machen.

Für diese Leistung benötigen unsere Hirnzellen ca. 1/5 des gesamten täglichen Energieverbrauchs.

Wie alle unsere Zellen, kann sich die Hirnzelle nur im Zustand der Entspannung von dieser tollen Leistung, und den dadurch entstandenen Verschleiß erholen.

Daher brauchen wir Menschen - wie alle höheren Lebewesen - Erholung, Regeneration, Pausen und Schlaf. Erst im Schlaf kann die Hirnzelle sich biologisch regenerieren – siehe Blogs über unser Gehirn. Dzt geben bei Umfragen ca 30-40% der Österreicher (auch subjektiv Gesunde) Schlafstörungen bzw schlechte Schlafqualität an. Den meisten kann gut geholfen werden. Viele geben unnötig viel Geld aus für Maßnahmen und Schlafhilfen, ohne wirklichen Nutzen.

Die Erdrotation gibt eine Umwelt mit rhythmischen Änderungen vor (Tag-Nacht-Zyklus). Das Gehirn ist auf diese Tagesrhythmik eingestellt - als Schlaf-Wach-Abfolge, als einer von mehreren biologischen Rhythmen. Ein stabiler Schlaf-Wach-Rhythmus stellt sich auch dann ein, wenn der Mensch von äußeren "Zeitgebern" völlig isoliert wird; diese spontane zirkadiane Periodik hat allerdings meist eine Periodendauer von etwas mehr als 24 Stunden (endogener Rhythmus). Der Nucleus suprachiasm. ist zuständig für das Melatonin. Dieses Hormon ist das schlafsteuernde Hormon, welches durch unseren Lebensstil gestört wird.

Erholsamer Schlaf ist eine wesentliche Basis für einen gesunden Alltag ist. Daher sollten Schlafförderung und psychobiologische Regeneration in den Alltag eingebaut werden.

Zusätzlich kann unser Gehirn nur im Schlafzustand den Bewegungsapparat (Skelettmuskeln) wegschalten, bis auf das Gehör auch die Sinnesorgane abschalten und die Stoffwechselprozesse, Kreislauf-Verdauungs-Nierenfunktion herunterschalten. Dies passiert sowohl im Hirnstamm als auch in den weiteren (jüngeren) Hirnanteilen, welche unsere Emotionen und Sinnesverarbeitungen steuern. Eine wesentliche Rolle spielt unserer „Menschenhirn“ hinter der Stirn, das für die Planung zuständig ist. Daher können wir willentlich unseren Tag-Nachtrhythmus stören. Besonders wichtig sind die inneren Uhren in den Zellen (Genen), in spezialisierten Hirnanteilen für Zeitsteuerung (ca 23-26 Stundenrhythmus). Dieser innere Zeitablauf wird durch den Tag-Nacht-Rhythmus unserer Erde mit der Tageslicht synchronisiert. Evolutionär sind wir tagaktive Lebewesen.

Aber wozu geht das Gehirn so ein Risiko ein, 1/3 der Zeit wehrlos und schlaff herumzuliegen?

Alle höher entwickelten Lebewesen brauchen Schlaf, auch Pflanzen und Bakterien haben einen schlafähnlichen Ruhezustand. Dies dient der Regeneration und Vorbereitung auf nächste Belastungen oder Leistungen. Dieser Zustand ist energiesparend. Ausserdem können die Nervenzellen regenerieren, lernen und Erlerntes festigen.

Wie immer in der Evolution muss der Nutzen also viel größer sein!

Natürlich können wir nicht alle Details genau erklären- aber wir können uns folgendes gut vorstellen:

Fitte Individuen überleben eher als erschöpfte. Der besser Regenerierte hat bessere Vermehrungschancen-also haben die Nachkommen diese Fähigkeit, aber auch Notwendigkeit der Regeneration mitvererbt bekommen. Erholte Hirnnervenzellen können ihre Arbeit besser erledigen als erschöpfte. Besser regenerierte Hirnzellen können schneller reagieren, genauer zielen beim Jagen, mehr Information verarbeiten und die Körperfunktionen besser steuern.

Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss unseres Gehirns auf unser Immunsystem und dessen Abwehrfähigkeit. Weiters kann eine erholte Hirnzelle besser Lernen und Erinnern, schneller neue Zusammenhänge herstellen- also noch ein evolutionärer Vorteil für ausgeschlafene Individuen.

Essentiell für die Spezies Mensch sind unsere Emotionen und unser zwischenmenschliches Zusammenleben, die evolutionären sozialen Interaktionen von der Zeugung an bis zum Tod.

Regenerierte Zellen können auch diese Hirnfunktion besser steuern und schneller adäquat reagieren, bzw neue Verhaltensmuster einbauen. Auch die Neugier als Grundlage für kulturelle Weiterentwicklung, Wachstum und Fortschritt braucht ein regeneriertes Gehirn.

Wir können heutzutage mit neuen wissenschaftlichen Methoden und Geräten die unterschiedlichen Hirnfunktionen abbilden und darstellen. Besonders den Unterschied zwischen erschöpft, schläfrig und ausgeschlafen bzw erholt können wir gut nachweisen und dokumentieren.

Wir Menschen sind Gemeinschaftswesen. In Sicherheit-in der Gemeinschaft, besonders im engsten Kreis = Familie, ist Schlaf mit Berührung und gemeinsamen Erwachen – in Sicherheit? ein wesentlicher Teil der Psychohygiene und der psychosozialen Prägung.

Und wer von uns kennt nicht seine Prüfungs-Testergebnisse, sein Konfliktverhalten, seine Fahrtauglichkeit im Straßenverkehr bei Müdigkeit bzw. Erschöpfung. Wie anders sind wir im Vergleich nach gutem Schlaf oder längerer Erholung? Wer hat nicht schon erlebt wie verschieden wir in Konflikten reagieren –je nach Müdigkeit? Wie oft waren Probleme und Kummer nach einem guten Schlaf am nächsten Tag viel weniger belastend? Wer hat nicht schon im Stress suchend etwas nicht gefunden, was am nächsten Morgen oben auf dem Tisch gut sichtbar lag?

Unser Gehirn arbeitet immer so gut – so fit und regeneriert die Nervenzellen sind. Immer sind wir beeinflusst von dem, was wir zuvor erlebt haben, vom Grad der Erschöpfung bzw. Müdigkeit und von der Tageszeit. Dies ist das Erbe unserer menschlichen Entstehungsgeschichte.

Daher ist der Schlaf für das Gehirn essentiell, und der obige Rat ein guter.

Wie ich jedoch meine Schlaffähigkeit und Schlafqualität verbessern kann, behandle ich ein andermal. Ein Tipp im Voraus: Spazieren gehen wirkt!

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