Zucker ist süß und wenn zuviel schädlich!

So eine komische Überschrift! Und so komisch ist es auch mit dem Zucker!

Zucker war in unserer Geschichte wertvoll, wurde von allen Kulturen hochgepriesen – heutzutage nurmehr von der Nahrungsmittelindustrie. In letzter Zeit dann der tiefe Fall des Nahrungszuckers als Auslöser für viele Erkrankungen. Was könnte die Erklärung für so einen Wandel sein?

Süß ist für unser Gehirn das Signal für Zucker. Zucker ist der Treibstoff für die Hirnzellen. Also ist Süßes ein tolles Nahrungsmittel für unser Hirn - daher lieben wir Zucker, und alles was süß schmeckt wie reife Früchte oder Honig. Und wir verknüpfen damit Emotionen bzw. Eigenschaften, bezeichnen „süß“ was uns lieb ist oder schön ausschaut.

Hergestellt wird Zucker von den Pflanzen durch Photosynthese und dient als deren Energiespeicher. Primär ist dieser Energiespeicher für uns nicht schädlich, ist kein Gift. Im Gegenteil - wir benötigen davon ca 150-300 Gramm/Tag. Im Falle einer Unterzuckerung werden wir bewusstlos - als wehrlos. Dagegen hat unser Organismus sehr wirksame Gegenstrategien.

Unser Gehirn muss ohne Unterbrechung mit Glucose (Traubenzucker) versorgt werden. Diese „rundumdieUhr“ Versorgung wird mit nur geringer Schwankungstoleranz - das heißt 60-100mg/100ml Blut - durch komplizierte Stoffwechselvorgänge sicher gestellt. Wenn wir keinen Zucker aufnehmen (wegen Nüchternphasen, Hungerzeiten, Diäten, im Schlaf) muß unser Organismus fähig sein, Zucker selbst zu produzieren (zum Beispiel durch Umwandlung von Körperfett zu Zucker in der Leber ).

durch Züchten von Zuckerquellen entstanden unsere heute bekannten Früchte. Erst durch die jüngsten Konservierungsmethoden war die ganzjährige Versorgung mit frischen Früchten möglich. Unsere Vorfahren mussten dörren, einkochen, Alkohol oder Zucker anwenden

Weil Zucker so wichtig ist, haben wir in den letzten ca. 8000 Jahren zuckerreiche Nahrungsmittel kultiviert (Getreide, Kartoffel, Wurzeln, Früchte). Darin sind die Zuckerverbindungen meist komplex aufgebaut, das heißt in Form von langkettigen Verbindungen. Diese können wir nur langsam verdauen und deswegen nur verzögert aus dem Darm aufnehmen. Dies bedeutet: Zucker flutet langsam aus dem Darm ins Blut an, dafür aber für längere Zeit nach der Nahrungsaufnahme. Ein zu hoher Zuckerspiegel ist kurzfristig nicht bedrohlich, aber langfristig für unseren Organismus schädlich. Daher haben wir ein spezielles Hormon zur Blutzuckersenkung – Insulin!

Also: Essen und Zuckeranstieg bedeuten im Gesunden auch einen Insulinanstieg im Blut. Wohin mit dem Zucker? Ganz einfach! Die Energie wird als Fett gespeichert. Wozu? Fett wird in der Leber während Hungerzeiten wieder in Zucker zurück umgewandelt.

Zucker ist eine Grundlage für das Überleben. Entscheidend für unsere Gesundheit sind aber nicht nur die Qualität des Zuckers (Einfachzucker oder Mehrfachzucker), oder wieviel wir davon aufnehmen, sondern der Energiebedarf unseres Körpers und vor allem die Qualität unseres Fettgewebes. Und diese ist abhängig vom Lebensstil.


Blutzuckeranstieg hoch und schnell bei Weißmehl/Zucker mit dtl höherem Insulinspiegel. Weniger hoch und langsamerer Anstieg von Zucker bei Vollwertprodukten oder gemischt mit Gemüse. Dadurch weniger Insulin im Blut

Und jetzt kommt der schädliche Anteil des Süßen: wenig Bewegung bewirkt geringe Muskelmasse, wenig „Zuckerverbrennung“ und ein „nicht fittes“ Fettgewebe. Süßigkeiten bewirken einen Anstieg von Blutzucker, dadurch einen hohen Insulinspiegel und daraus folgend eine vermehrte Energiespeicherung, also Fettzunahme.

Diese Folgen sind altersunabhängig. 3,4 Millionen Österreicher sind übergewichtig bzw fettleibig, von unseren Kindern ist es jedes dritte (33%)!!

Diese Verfettung Österreichs ist eine stumme Bedrohung. Sie führt zu irreparablen Spätschäden und behandlungspflichtigen-zT. sehr teuren Folgekrankheiten. Gefährliche „Zucker-Fallen“ sind Softdrinks, Fruchtsäfte (besonders auch die frisch gepressten!), Fertiggerichte und Süßspeisen (da kombiniert mit Fett). Nach aktuellen Daten sind die Zuckerersatzstoffe nicht viel besser. Wie kann man Zucker heutzutage mit Genuss zu essen?

In geringen Mengen. Empfohlen werden Mahlzeiten mit regionaler/saisonaler Mischkost, kombiniert mit Gemüse, Salaten und Obst (frisch zubereitet). Immer aber die eigenen Bedürfnisse beachtend, bestehende Krankheiten und Schwächen akzeptierend - also individuell angepasst. Bitte vergessen Sie alle Ratgeber. Bei Unklarheiten fragen sie fachkompetente Spezialisten. Für gute Rezepte fragen sie die Großmütter oder Urgroßmütter.

Die Grundlage für gutes Leben mit gesundem Stoffwechsel und Normalgewicht sind: Bewegung, Entspannung und Entschleunigung, ausreichend erholsamer Schlaf, Alkohol weitgehend-Tabakprodukte ausnahmslos meiden und regelmäßig mit Genuss essen. Dabei können wir wieder entdecken wie Nahrungsmittel schmecken können wenn sie nicht versalzen, verzuckert, verfettet oder mit Alkoholaroma aufgepeppt wurden.

Aber machen wir aus unserer Ernährung keine Glaubensfrage oder Religion. Sie sollte uns am Leben erhalten und wir dürfen sie genießen.

PS: Zuckergehalt/Zuckerwürfel von:

250 ml Smoothie –         35 g/11 Stück

0,5 l Apfelsaft –               50g/16 Stück

Limonaden 0,5l –     30-40g/10-13 Stück

Fruchtjogurt 200g –       26g/8 Stück

Gummibärchen 100g – 50g/16 Stück

Cola 100ml –              ca 11g/ ca4 Stück

Eis zB Magnum –            25g/8 Stück

Eis zB Cornetto –            19g/6 Stück

Impressum: Dr Hufnagl Alois. Grundlagen für  Inhalte der Beiträge sind Fachliteratur, aktuelle Studien und klinische Erfahrung, Bildquellen: eigene oder Pixabay

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